Mikroarchitektur
Der Begriff "Mikroarchitektur" findet in verschiedenen Zusammenhängen Anwendung:
 
-Mikro und Makro, eine Frage der Relation
 
-Beeinflussung der Struktur von Architektur durch die Mikroarchitektur der Details
 
-mikroarchitektonische Konzepte, die eine Schnittmenge zwischen Raum und Objekt bilden
 
-Raum in Raum, Makroarchitektur umschließt Mikroarchitektur
 
-Mikroarchitektur in Form von Einraumhauskonzepten
 
-Raumskulpturen, die als mikroarchitektonische Zeichen nur Teilaspekte vollwertiger Gebäude erfüllen
 
-mikroarchitektonische Interventionen
 
...und weitere, die es noch zu entwickeln und beschreiben gilt!
"Stadtregal 1" 2006
Design:
Dipl.-Ing. Andreas Janson
Dipl.-Ing. M.A. Matthias Kulcke
 
Mikroarchitektur als Stadtraumintervention
"Stadtregal 2" 2006
Design:
Dipl.-Ing. Andreas Janson
Dipl.-Ing. M.A. Matthias Kulcke
 
Mikroarchitektur als Stadtraumintervention
"Wanderkapelle" 2005
Design:
Dipl.-Ing. Andreas Janson
 
mikroarchitektonische Raumskulptur
"Aussenraumtheater Niebüll" 2006
Design:
Dipl.-Ing. Andreas Janson
Dipl.-Ing. M.A. Matthias Kulcke
 
mikroarchitektonische Raumskulptur
"Zollzaunbühne" 2008
Design:
Dipl.-Ing. M.A. Matthias Kulcke
 
Mikroarchitektur als Stadtraumintervention
und Raumskulptur
Buchbesprechung:
Hubertus Adam (Hrsg) "Luginsland"
Architektur mit Aussicht
 
 
S AM Nr. 11 (Schweizerisches Architekturmuseum)
Christoph Merian Verlag
 
"Architektur mit Aussicht"; die Bedeutung des Untertitels ist vielschichtig. Auf einer der möglichen Interpretationsebenen verweist dieser darauf, dass die Aussicht Teil der Architektur, des gestalteten Raumerlebnisses ist. Die geradezu kleinen Eingriffe entfalten weite Wirkungen, gemessen an der Bezugsbühne des Makroraumes - des Raumes, der in die Neudefinition durch architektonische Intervention einbezogen ist, soweit das Auge des Betrachters reicht.
 
Pointiert ist dies umgesetzt durch das in Südkorea realisierte Beispiel "Sky is the Limit" von Didier Faustino, der eine schwebende Zelle als Meditationsraum offeriert. Dem Besucher bietet er damit einen transzendierenden Blick aus dem zellenartigen Raum durch eine fehlende Rückwand auf unendlich scheinenden Himmel. Aussichten auf Veränderungen und Neuinterpretationen im Stadtraum, geben Projekte wie die "High Line" in Manhattan, New York; eine ehemalige Verkehrsader, die sonst eher Grenzen im urbanen Leben zieht, dient hier der Neuinterpretation desselben, ist Plattform für soziale und kulturelle Bespielungen. Dabei bleibt gleichermaßen Platz für ein Publikum, das Stadtleben beobachtend erfahren will.
 
Diese Sammlung von Projekten mit geschichtlicher Einleitung und aktuellen Essays zur Aussichts-architektur empfiehlt sich für alle, die sich mit baukünstlerischen Interventionen in der Landschaft und im Stadtraum auseinandersetzen und Inspirationen für eigene Projekte suchen.
 
Mit Beiträgen von: Hubertus Adam, Joachim Kleinmanns, Gion A. Caminada ->hier bestellen
 
Die zu dieser Publikation ausgerichtete Ausstellung war im Jahr 2014 im Schweizerischen Architekturmuseum zu besichtigen.
 
Dipl.-Ing. Matthias Kulcke M.A.
S AM Nr. 11 "Luginsland"
Herausgeber:
Hubertus Adam
Der DETAIL Preis 2016 ist gestartet!
Einreichungen bis 30. Juni 2016, auch für
Innenarchitekten und Bauingenieure/Tragwerksplaner
Veranstaltung im November 2016 weitere Info
Buchbesprechung:
Frank Jäger (Hrsg) "Der neue Architekt"
 
Edition DETAIL - Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co.KG München
 
Mit der Publikation "Der neue Architekt" hat Herausgeber Frank Jäger eine Reihe von Autor_innen versammelt in einer Veröffentlichung, die mehr bietet als nur Ansätze zur Neudefinition eines Berufsbildes.
 
Grob gegliedert in Bestandsaufnahmen, das Aufzeigen aktueller Trends sowie sehr konkreten Handlungsvorschlägen ist der Band ein Handbuch mit (teilweise kurzfristig) einsetzbaren Lösungen zu Problemstellungen in Fragen der Markteinordnung, Akquisition, Öffentlichkeitsarbeit und der Büro- und Personalorganisation von freischaffenden Architekt_innen.
 
Das Kapitel zum Thema "Internet für Architekten" steht exemplarisch für diesen Handbuchcharakter. Die Durcharbeitung dieses Abschnitts kostet wenig Zeit und bietet handfeste und wirksame Hinweise, die auf die Anwendung von Internetseitenkonzeptionen für Architekt_innen zugeschnitten sind.
 
Übersichtlich gegliedert lassen sie sich in eine gelingende Auftragsvergabe an eine Webagentur übersetzen und dürften zu einem reibungsloseren Ablauf in der Auftragsabwicklung bei der Erstellung und der Nutzung eines Internetauftritts für klein- und mittelständische Unternehmungen effektiv beitragen.
Es spricht für das Buch, seine Autor_innen und den Herausgeber, zwar nicht blind zu sein für alternative Betätigungen (Bühnenbild, Ausstellungsgestaltung, Messegestaltung, Consulting u.a.), die sich den Absolvent_innen einer Architekturausbildung bieten, aber dennoch auf das traditionelle Geschäftsfeld des Hochbaus, im Lichte zeitgenössischer wirtschaftlicher Möglichkeiten für gestaltende Bauplanung, glaubhaft fokussieren zu können.
 
Frank Jäger hat mit seiner eigenen Firma selbst ein alternatives Berufsfeld zum Hochbau (www.archikontext.de) gewählt, findet jedoch einen gleichzeitig idealistisch als auch pragmatisch glaubhaften Ansatz, um dem freischaffend tätigen Architekt_innen und den noch in der Ausbildung Befindlichen ermutigend unternehmerisch zur Seite zu stehen; um es mit den Worten Max Johows zu sagen: "Wer keine Visionen hat, braucht auch nicht mehr zum Arzt gehen".
 
Und Visionen liefern Jäger und seine Mitstreiter_innen, ohne sich dabei zu weit von einer realen Basis zu entfernen. Sein Ansatz stützt sich auf die enge Zusammenarbeit mit Architekturbüros, die im Rahmen von Erhebungen und Interviews die dargestellten Thesen und Handlungsansätze untermauern halfen. Eine Publikation, die sich aus allen diesen Gründen gleichermaßen für gestandene Profis und Studierende des Architektenberufes empfiehlt.
 
Dipl.-Ing. Matthias Kulcke M.A.
EditionDetail "Der neue Architekt"
Herausgeber:
Frank Jäger
Buchbesprechung:
Christian Schittich (Hrsg) "Mikroarchitektur"
 
Erschienen in der Reihe imDETAIL Edition DETAIL - Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co.KG München
 
Sechs Jahre nach der ersten Veröffentlichung der Zeitschrift für Architektur + Baudetail zum Thema Mikroarchitektur, Ausgabe 12/2004 der DETAIL Magazinreihe, folgte Mitte 2010 die 176-seitige Hardcover-Publikation "Mikroarchitektur" von Christian Schittich (Hrsg), erschienen in der Reihe imDETAIL.
 
Die Autor_innen erörtern den Begriff der Mikroarchitektur überwiegend an Beispielen von Kleinstbehausungen und Kleinstnutzungsräumen. Der erste Textbeitrag von Lydia Haack und John Höpfner im Anschluss an die Einführung liefert dabei die Definition, die sich als roter Faden durch die Publikation zieht: Mikro bedeute aus dem Griechischen übersetzt, schlicht "klein"; Mikro-Architektur oder Mikroarchitektur sei daher "kleine Architektur".
Dass es mit Verkleinerung alleine nicht getan ist, wird allerdings anhand vielseitiger Beispiele überzeugend und anregend aufgezeigt. So wird in der Folge die Mikroarchitektur als Schnittmenge zwischen Architektur und Produktdesign verstanden, was der Publikation weniger den Charakter etymologischer Vollständigkeit beim Nachspüren des Begriffs und seinen konzeptuellen Möglichkeiten verleiht, als vielmehr eine pragmatische Heran-gehensweise für den Praktiker im Architekturentwurf und in der Architekturlehre darstellt.
Der Artikel von Gerhard Kalhöfer "Mobile Immobilien" bezieht dabei Möblierungskonzepte mit ein und gibt so Anregungen für Innenraumgestalter. Die Autor_innen nutzen die verschiedenen, überwiegend bereits realisierten Konzepte, zur Illustration ihrer Erörterungen, um allgemein bedeutsame Aspekte von Mikroarchitekturen zu erläutern: Transportfähigkeit, die damit verbundene Flexibilität, die größtmögliche Verdichtung von Raum durch Überlagerungen von Raumnutzungen, extensive Ausgestaltung der drei Raumdimensionen, sowie der zeitlichen Dimension u.a.; einige dieser Aspekte lassen sich dabei auf Lösungsfindungsprozesse in der "Makroarchitektur", den klassischen Hochbau übertragen.
Ansätze zu Kategorisierungen von Mikroarchitektur-Gebäudetypen werden ebenfalls sichtbar: Baumhäuser, Pavillons, Klapphäuser, Aufblasbare Gebäudehüllen, Mobile Häuser und Add-On Konstruktionen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird dabei weder erhoben noch erfüllt, was sich aus der hohen Anzahl von Experimenten in diesem Bereich erklärt, die bspw. an den Hochschulen kontinuierlich entstehen und den Schritt in die Öffentlichkeit oft nicht schaffen.
Wer sich im Angesicht so mancher zeitgenössischer Bauwerke, z.B. platter symbolistischer Gebäudekonzeptionen als Teil zweifelhaften Stadtmarketings oder ewiger weißverputzter Wohnwürfel, der Meinung "Eigentlich ist Architektur doch langweilig" (Max W. Johow) kaum noch entziehen kann, der wird mit dieser Publikation definitiv eines Besseren belehrt.
 
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Willkomm
Dipl.-Ing. Matthias Kulcke M.A.
imDetail "Mikroarchitektur"
Herausgeber:
Christian Schittich